Rennsemmel

Zusätzliche Information

M

NSU TT

  • Baujahr: 1971
  • 4 Zylinder
  • 1.177 ccm
  • 65 PS
  • 153 km/h

37.800 


    Christian Schmidt und Heinrich Stoll gründeten 1873 in Riedlingen an der Donau die Mechanische Werkstätte zur Herstellung von Strickmaschinen. 1880 wurde die Firma in die Stadt Neckarsulm, in der die Sulm in den Neckar fließt, verlegt. 1884 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und firmiert nun als Neckarsulmer Strickmaschinen-Fabrik AG. 1886 begann man mit der Herstellung von Fahrrädern und war damit so erfolgreich, dass die Strickmaschinenfertigung 1892 eingestellt wurde und der Name bald in Neckarsulmer Fahrradwerke AG geändert wurde. 1901 wurde die Produktion von Motorrädern aufgenommen und 1906 die Herstellung von Motorwagen. 1913 firmierte man als Neckarsulmer Fahrzeugwerke AG und die drei Großbuchstaben NSU wurden als Markenname eingeführt. Zwischen den beiden Weltkriegen wurden im Wesentlichen Fahrräder und Motorräder hergestellt und in den 1950er Jahren war NSU der zweitgrößte Zweiradhersteller der Welt. 1957 präsentierte man auf der IAA den NSU Prinz, einen kompakten modernen Kleinwagen mit selbsttragender Karosserie und luftgekühltem Viertakt-Zweizylinder-Twin-Reihenmotor, der im Heck eingebaut wurde. Bei einem Zweizylinder-Twinmotor arbeiten die Kolben Motor parallel, bzw. im gleichen Arbeitstakt. Dies führt Schwingungen, die NSU durch spezielle Motorlager in den Griff bekam. Die Durchzugskraft der Motoren war aufgrund der parallel arbeitenden Zylinder erstaunlich gut. Von Anfang an waren alle NSU Prinz mit einer 12 Volt-Bordspannung versehen, was zu dieser Zeit noch sehr ungewöhnlich war. Die hohe Zuverlässigkeit des Prinz I sprach sich herum und NSU wertete den Prinz 1959 zum Prinz II, 1960 zum Prinz III und 1961 zum Prinz 4 auf. Der Prinz 4 hatte schließlich eine völlig neue größere Karosserie, die ab 1964 mit längerem Radstand und Vierzylindermotor auch als Prinz 1000 erhältlich war. Vom Prinz 4 wurden 570.000 Stück produziert und vom Prinz 1000 196.000 Stück. 1967 kam der sportliche Prinz 1000 TT mit 55 PS und 1967 die nur noch TT genannte „Rennsemmel“ mit 65 PS. Vom TT wurden 49.327 Fahrzeuge gebaut und für viele Führerscheinneulinge war dies das Traumauto schlecht hin. Noch lieber natürlich der parallel gebaut TTS mit 70 PS von dem aber nur 2.402 Exemplare gebaut wurden und die fast alle für Wettbewerbsfahrten eingesetzt wurde. Natürlich gab es auch noch ein paar andere Automodelle der Firma NSU, allen voran der revolutionäre große NSU Ro 80 mit Zweischeiben-Wankelmotor, aber 1969 fusionierte NSU mit Audi und 1977 wurde das letzte Auto der Marke NSU gebaut. Der legendäre Modellname TT ziert ab 1998 die kompakten Sportmodelle von Audi. Ein bisschen TT ist also heute noch bei Audi zu haben.

    Diesen NSU TT haben wir von einem Kunden aus Baden-Württemberg, der eine kleine Sammlung von Deutschen Sportwagen der 1970er Jahre hat. Den TT hat er 2002 aus den Niederlanden geholt und seitdem nur mit seinen roten Kennzeichen bewegt. Wir kennen das Auto seit 2018, als wir schon mal eines seiner Autos zum Verkauf zu uns geholt hatten. Da der Radlauf hinten rechts leicht beschädigt war und der Besitzer keine Teillackierung wollte, wurde das Auto 2020 äußerlich komplett neu lackiert. Rostschäden zeigten sich bei dieser Aktion keine. Es handelt sich um einen echten TT, also um keinen nachträglich zum TT umbauten Prinz 1000. Auch wurde das Auto nie verändert oder getunt, stattdessen zeigt sich der TT so wie man ihn damals ausgeliefert bekam. Stilecht steht der kleine „heiße Ofen“ auf original Leichtmetallrädern und präsentiert sich in der typischen Farbe targeorange, in der er 1971 ausgeliefert wurde. Der originale Motor mit der Nummer XF 008 528 wurde durch einen originalen Austauschmotor mit der Nummer XF 010 460 gewechselt. Zum Fahrzeug gehört eine Fahrzeug-Identitäts-Urkunde der NSU GmbH, eine heutige Tochtergesellschaft von Audi die sich um die Belange der NSU Oldtimer kümmert. Unser Preis versteht sich inklusive einer Inspektion, sowie einer neuen Hauptuntersuchung und einem H-Gutachten. Eine echte Rennsemmel, von der viele Anfang der ‘70er Jahre träumten.

    Rolf Zeller, ein Ingenieur der seinerzeit an der Entwicklung des Motors beteiligt war und später bei Mercedes Gruppenleiter für die Sechszylindermotoren war, hat den TT Probe gefahren und auf dem Ansaugsystem sein Autogramm hinterlassen.